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Die Köhler aus den Karpaten

In den Ausläufern der Karpaten gibt es sie noch... die Köhler, die jeden Tag auf ihren Erdmeilern stehen und die Löcher stopfen. So verhindern sie,  dass alles zu Asche verbrennt. Wir haben sie gesucht und gefunden. Hier wird Holzkohle für den Grill hergestellt.

Schon von weitem habe ich den Geruch von schwelendem Holz in der Nase und auf einer Lichtung im Wald stehen sie dann... Holzkohlemeiler wie im Mittelalter. Wenn da nicht am Rand ein Auto parken würde und ein paar Schubkarren aus Aluminium herumstehen würden, wäre es fasst wie eine Zeitreise.

Der Eindruck verstärkt sich für mich noch als ich die Holzhütten der Köhler sehe. Eine Dusche konstruiert aus einem alten Ölfass der als Boiler dient und einen Raum mit einem Bett und einem Tisch.

Ruß und Teer haben sich über die Jahre fest in die Haut des Köhlers eingebrannt. Der Oberkörper ist übersät mit kleinen Brandnarben und gegerbt von der Sonne und dem ewigen Rauch. Eine gefährliche Arbeit, frage ich den Köhler? Er lächelt und sagt das bisher noch nichts schlimmes geschehen sei. Er sei ja schließlich noch da. Eine fatalistische Einstellung finde ich. Aber bei den Perspektiven in einem "Modernen Europa" bleibt ihnen wohl nichts anderes übrig. Ganz am Schluss zeigt er mir seinen ganzen Stolz, eine paar Hühnerküken im Stall und einen Welpen von seiner Hündin... ich wünsche dir alles Gute!

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Kommentare: 1
  • #1

    capkira (Samstag, 23 November 2019 14:38)

    Hallo Tobias,
    habe mir die Serie noch einmal in Ruhe angesehen. Sehr beeindruckende Bilder, die nachdenklich stimmen. So kann das Leben auch sein, nur weil man halt woanders geboren wurde.
    Danke für´s Teilen.
    Beste Grüße, D.

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